Bildung in Sachsen -  Das Königliche Gymnasium zu Leipzig 1881 - Geschichte, Verantwortung und Zukunft

Lehren für das Neue Albertinum zu Leipzig aus dem Schülerverzeichnis der Albertiner


Der erste Eindruck bei der Sichtung des Schülerverzeichnisses war nicht etwa wie hier zu sehen die Eintragung zu Hans Gustav Bötticher, sondern die vielen begabten jungen Menschen mit ihren Hoffnungen, die aber schon bald nach ihrer Schulzeit in zwei Weltkriegen starben.

Die Naivität und Gutgläubigkeit zu damaliger Zeit gibt uns heute zu denken.

Nicht nur Walter Davidsohn kam im I. Weltkrieg um, sondern eine ganze Reihe von Albertinern, so auch im II. Weltkrieg. Nun verbinden sich mit dem Schülerverzeichnis weit über 5000 Lebenswege, aus denen gelernt werden kann und gelernt werden muß und wo ein großer Teil schon jetzt und künftig recherchierbar ist. Freilich kann man bei Wikipedia in den Beiträgen zum Königlichen Gymnasium zu Leipzig bereits dutzende Biographien finden. Aber hier geht es mit dem Neuen Albertinum darum, sowohl die überraschende Vielfalt der beruflichen Werdegänge als auch Verschränkungen von heute weltweiten Traditionslinien zu erkennen und aufzuspüren. Da inzwischen mehr ausgewertet ist, als überhaupt gezeigt werden kann, muß darauf hingewiesen werden, daß von der Verleugnung des gymnasialen Schulbesuchs bis zu Verfehlungen in Zeiten des Nationalsozialismus alles vorkommt. Vom Träger des Karl-Marx-Ordens und vom Wirken in der Résistance bis hin zu U-Boot-Fahrern und selbst bis zum Fußball gingen die Lebenswege. Dabei geht selbst bei ausführlichsten Aufarbeitungen folglich nichts verloren! Und nicht nur Schülern, betroffenen Familien und Angehörigen und der Allgemeinheit dienen kommende Auswertungen des Schülerverzeichnisses. Denn die Lehrer hatten bei zahlreichen Schülern Bedenken geäußert, die sich in späteren Lebensläufen im Gegensatz zur Entwicklung von Hans Gustav Bötticher alias Ringelnatz leider bewahrheiteten. So wird sich auch hier Pädagogikgeschichte mit künftiger Bildungsarbeit fruchtbringend verknüpfen lassen, ohne schon an dieser Stelle näher auf neue Lerninhalte und -methoden und Bildungswege im 21. Jahrhundert einzugehen.
Wieland Zumpe Leipzig, den 7. März 2026

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