Weiter anhaltendes Versagen: Prof. Dr. Johanna Wanka



Liebe Leser,

so lange die Überschrift ihre Gültigkeit besitzt, wird diese Seite wohl fortbestehen müssen.
Da hier gemäß der Tragweite und Bedeutung des Versagens bereits deutliche Worte fallen mußten,
scheint es angebracht, Verhaltensursachen einführend zu hinterfragen.

Aus meiner praktischen Erfahrung gibt es nur die Grundregel, daß alles, was an Arbeit auf dem Schreibtisch landet,
auch abgearbeitet werden muß. Dies nahm oft sehr viel Zeit in Anspruch, wenn es galt, Wege demokratisch zu gehen
und nicht über andere zu bestimmen. Und es war manchmal ebenso der Fall, daß Nebensächlichkeiten viel Raum
einnahmen. Aber indem man sich dem stellte, wuchs auch die Erfahrung im Umgang mit komplizierten Problemlagen
und unübersichtlichen Situationen.

Was vielleicht manche als Prinzipien einer „schwäbischen Hausfrau“ deklarieren, ist eigentlich nur der Umstand,
daß man in seinem Umfeld solide, sorgsam und sparsam wirtschaftet.

Sobald aber jemand von der genannten Grundregel abweicht oder sein Arbeitsumfeld so organisiert, daß mit einer Abdelegierung
Verantwortung ausgelagert werden soll, wird das Amt verfehlt bzw. nicht mehr ausgefüllt.

So einfach kann man es darstellen, während die Folgen dagegen uferlos scheinen, gleich ob im normalen Geschäftsbetrieb
oder per Mail bzw. in elektronischen Medien.

Auf der Flucht vor der Realität bleibt dann vieles liegen, wird abgewimmelt oder Unzuständigkeit bekundet. Man zieht sich
zurück auf „das Schöne“ in der Arbeit und wartet vergeblich auf sich selbst lösende Probleme. Schließlich kann man
ja jedes Thema unter Fake News, Trolle, Werbung oder Verschwörungstheorien subsumieren, um sich davon fernzuhalten …

Doch wenn etwas faul ist, so ist es eben faul. Und gerade, wenn es um verfassungsfeindliches Erbe deutscher Diktaturen geht,
muß man sich dem stellen und aktiv dagegen vorgehen, um ein freiheitlich-demokratisches Kulturniveau wiederzugewinnen,
das auch wehrhaft gegen Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit sowie für neue Herausforderungen gefeit ist.

In diesem Sinne wünsche ich mit der ausschnittweisen Dokumentation von anhaltendem fachlichen, staatsbürgerlichen
und Leitungsversagen dennoch eine erbauliche wie nachdenkliche Zeit.

Wieland Zumpe

Leipzig, den 29. Juli 2020

***

Immer noch im Jahre 2020 aktuell: Wie lange noch Verbrechensförderung statt Aufklärung und Reformation?
Bruch des Amtseides u.a. durch Untätigkeit

SED-Verbrechensförderin: CDU-Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka


Bildungsverweigerin und Wissenschaftsunterdrückerin Prof. Johanna Wanka
Wider besseres Wissen ignoriert sie, daß die verfassungsfeindlich organisierte Verhinderung des originalgetreuen Wiederaufbaus 
der Leipziger Universitätskirche St. Pauli mit Spendengeldern, wofür sich u.a. 27 Nobelpreisträger aussprachen, insbesondere 
deshalb betrieben wurde, weil u.a. vor der Sprengung die in ihr 800 Begrabenen beraubt wurden und nationales Kulturgut kriminell verschachert wurde. 

Wenn sie sagt: "Das ist meine Universität. Ich habe hier studiert, nachdem die Universitätskirche gesprengt war." (Zitat mdr 24.08.2017), 
so ignoriert sie wissentlich diese ethische Grenzen sprengenden Verbrechen der SED. Denn mit der Verhinderung des Wiederaufbaus sollte gleichzeitig 
nationale Geistes-, Wissenschafts- und Kulturgeschichte ausradiert werden. Diesem Ansinnen der SED und ihrer Vasallen, die diese Verbrechen um jeden Preis 
vertuschen wollten, folgt Frau Prof. Johanna Wanka bis heute.

Und wenn sie zugleich äußert: "Ich bin jetzt das erste Mal in diesem Bau und ich finde ihn wirklich imponierend." (Zitat mdr 24.08.2017), 
so stellt sie sich mit ihrer Verantwortungslosigkeit und fehlenden Sorgfalt an die Seite der Steuergeldverschwendung von Stanislaw Tillich. 
Sie steht für die Bildungsunterdrückungspolitik der SED, da sie weder sich inhaltlich mit Martin Luther gerade in Leipzig befaßt noch 
mit den Lebenswerken der 800 in der Leipziger Paulinerkirche Begrabenen, deren Gebeine immer noch unweit der Paulinerkirche anonym wie 
Aussätzige bzw. Sondermüll zugemauert sind.

Stellvertretend seien hier einige der Persönlichkeiten vorgestellt:

  Theologen Ärzte Frauen Historiker, Pädagogen ... Juristen Bürgermeister, Handelsleute ...

Bis heute unterdrückt sie nachweislich die Wiedergewinnung von nationalen Wissenschafts-, Bildungs- und Kulturwerten sowie die Sacharbeit zur Aufklärung beispielloser Verbrechen.

Dies gilt auch für weitere unaufgeklärte Verbrechen.

Stand: 10. November 2017 - zum Reformationsjubiläum 2017 (!)
Eines der unbeantworteten Schreiben - Betreff: Ungenügend - Allgemeinbildung Prof. Johanna Wanka nebst Amtsführung Bundesministerin Frau Prof. Dr. Johanna Wanka – persönlich – Bundesministerium für Bildung und Forschung Kapelle-Ufer 1 10117 Berlin Leipzig, den 21. März 2017 Sehr geehrte Frau Prof. Wanka, wenn jemand an den Universitäten in Cambridge, Oxford, Harvard, Yale oder am MIT studiert hat, so kann sie bzw. er mit Stolz von diesen geschichtsträchtigen wie bedeutenden Einrichtungen sprechen. Doch wie ist es bei Ihnen persönlich, da Sie ihre Studienjahre in einer Zeit an der Universität Leipzig verbrachten, als diese mit dem Namen „Karl-Marx-Universität“ etikettiert wurde? Wenn Sie sich meine Internetseite www.paulinerkirche.org anschauen, so ist ganz einfach festzustellen, daß in meinem fünfjährigen Studium der Kulturwissenschaften an der „Karl-Marx-Universität“ Leipzig nichts davon in einem Lehrplan zu lesen war, geschweige denn in Vorlesungen benannt wurde. Kunstgeschichte weltweit quer Beet, aber die eigene Geschichte blieb ausgespart. Die „allseits entwickelte sozialistische Persönlichkeit“ sollte bürgerliche Kultur überwinden und beseitigen. Fundierte Geschichtskenntnisse waren nicht erwünscht, nur „sozialistische“. Ihnen wird es vermutlich nicht anders ergangen sein, als Sie von 1970 bis 1974 in Leipzig studierten. Vielleicht sind Ihnen noch die Bücher erinnerlich, die man mit dem Einzug in das Leipziger Universitäts-Hochhaus der „Karl-Marx-Universität“ tonnenweise in der Talstraße verrotten ließ ... Eine umfassend vermittelte Kultur- und Geistesgeschichte gab es nicht mehr, selbst wenn es im Elternhaus oder in der kirchlichen Gemeinde umsichtiger bzw. anders zuging. Mathematikolympiaden, an denen ich als Schüler auch teilnahm, hin oder her, die Bildung von der Grundschule bis zur Erweiterten Oberschule war bereits so ausgerichtet, daß uns vieles vorsätzlich vorenthalten wurde. Mutwillig aufgesetzte wie realitätsfremde Begriffsschablonen und Erwartungshaltungen gemäß Marxexegese waren erwünscht, um „die Flamme des Kommunismus“ weiterzutragen. Die damalige Unkenntnis und vielleicht auch Naivität und Gutgläubigkeit kann man niemandem vorwerfen, der in dieser Situation aufgewachsen ist. Aber bedeutet das auch, daß Nichtwissen zementiert werden sollte? Ich denke: nein. Man muß die Wissenslücken schließen und Bildungsdefizite abbauen! Der Geschichte muß Gerechtigkeit widerfahren. Geschichtliche und eine durchaus geschichtskritische Kontinuität muß wiederhergestellt werden. Oder was haben Sie in Ihrer Studienzeit an maßstabbildenden Werten erfahren, um nur mal einige Beispiele zu nennen?* Leider bedeutete die „Diktatur des Proletariats“ von SED, Stasi & Co. auch, alles an Schlechtigkeiten überbieten zu wollen, was Karl Marx dem Kapitalismus zuschrieb. So geschehen mit dem geschichtlich beispiellosen Fall des „Schlachtens der eigenen Geschichte“ s.u., der Sie auch persönlich tangiert. Denn wie u.a. Ihr Interview mit der FAZ vom 29.10.2015 belegte, wissen Sie offensichtlich nichts von Martin Luthers Wirken in Leipzig und an der Universität Leipzig, das immerhin einen Zeitraum von 33 Jahren (1512-1545) umfaßte. Und Sie wissen nichts von den Uraufführungen von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Max Reger und anderen Komponisten in der Leipziger Universitätskirche St. Pauli unter deren eigenem Dirigat. So ist in dieser Richtung vermutlich weiteres fehlendes Allgemeinwissen zu konstatieren. Wo weltweit ehemalige Studierende glücklich und stolz darauf verweisen würden, wenn sie an dieser Universität studiert hätten! Diese Wissens- und Bildungsdefizite sollten Sie langsam abbauen und abbauen helfen. Gleiches gilt auch für die Barrieren sich abschottender Bereiche in Ihrem eigenen Bundesministerium, wo in der Art legendierter SED-Perspektivkader und inkompetenter Vorzimmerbesetzungen leider der Nachweis erbracht wurde, daß B+F für Büromikado und Faulheitsförderung steht. Denn nicht anders kann man es bezeichnen, wenn gerade Bildung dort versagt. Schließlich lesen Sie diese Zeilen auf einer Internetseite, weil in Ihrem Bundesministerium kein seriöser Geschäftsbetrieb mehr nachweislich ist. Statt Prozesse des Verstehens und Forschens zu fördern, wird die Digitalisierung in Ihrem Geschäftsgang dafür mißbraucht, daß Schreiben und Emails unbearbeitet in den „unendlichen Weiten“ bzw. vermeintlichen Parallelwelten Ihrer Amtsstuben verschwinden. Fakt ist bis heute, daß nationale Wissenschafts- und Geisteskultur wie hier nachzulesen, immer noch und zum Teil weiter verfassungsfeindlich unterdrückt wird. Von den führenden „5800 Kommunisten und vielen Freunden in aller Welt“ an der „Karl-Marx-Universität“ Leipzig im Jahre 1984 ** haben sich bis heute nicht einmal eine Handvoll dazu bekannt, für die Hauptabteilung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (HV A) gespitzelt zu haben. Diesen „Eliten“- gleich, wo sie heute auf Staatskosten neue Schäden anrichten -, die für Westgeld und noch dazu unter dem Namen Karl Marx (!) die eigene Universitätsgeschichte mit Raubgrabung und Leichenfledderei buchstäblich auffraßen, räumen Sie immer noch den Vorrang ein. Da ich mir immer die Freiheit genommen habe, im Sinne der Allgemeinheit mich den Wissenschaften zu widmen, kann ich dagegen feststellen, daß man für Bildungs- und Forschungstätigkeit nur ausgegrenzt wird - 14 Jahre „außerhalb der Gesellschaft“, ohne „versicherungspflichtige“ Tätigkeit, unterhalb der Armutsgrenze lebend. Wenn also wie am 15. März 2017 Ihr Foto mit dem HRK-Vizepräsidenten, Herrn Prof. Karim Khakzar in den Osthessen-News zu sehen ist mit seiner Forderung, das Engagement des Bundes und der Länder im Rahmen des Hochschulpakts 2020 fortzusetzen, so wäre es erfreulich, wenn überhaupt erst mal sein eigenes Engagement in der Hochschulrektorenkonferenz zu spüren wäre. Bisher zeichnete sich die Hochschulrektorenkonferenz nur durch die nationale Schande aus, sich u.a. über das Wort von 27 Nobelpreisträgern hinwegzusetzen und sich ansonsten unter der Ägide von Herrn Prof. Horst Hippler totzustellen. Konstruktivität, Fairness, Contenance oder gar Zivilcourage war von dieser Seite bisher nie zu spüren, so daß ich notgedrungen nur deren beschämendes Versagen dokumentieren mußte.*** Folgerichtig wäre eigentlich nur, daß die HRK-Leitung mit Säcken das Licht in die für 2009 fertigzustellende Betonkiste namens „Paulinum“schafft, damit die Wünsche der weiterhin geschichtsklitternden Leipziger Universitätsleitung wenigstens im Jahre 2017 endlich in Erfüllung gehen. Wie dem auch sei, Sie sind hiermit gefordert mitzuhelfen, der Universität Leipzig die durch ideologische Verblendung geraubte Geschichte nicht nur zur Paulinerkirche wieder zurückzugeben und geschichtliche Kontinuität wiederherzustellen. Beenden Sie den Müßiggang in Ihrem Ministerium und seitens der Hochschulrektorenkonferenz! Nutzen Sie das Reformationsjubiläum, um neue Maßstäbe im Sinne der Geschichte zu setzen. Mit dem Verständnis, das Martin Luther im Jahre 1545 den Leipziger Studierenden**** entgegenbrachte, können Sie auch heute ganz aktuell Zeichen in der Bildungspolitik setzen! In diesem Sinne erwarte ich Ihren Mut zu Bildung und Reformation! Mit freundlichen Grüßen Wieland Zumpe Dipl.-Kulturwissenschaftler * einfache Beispiele Professoren Max Klingers Wandgemälde für die Aula der Universität Leipzig Die Universitäts-Sängerschaft St. Pauli Leipzig ** Rektor Prof. Lothar Rathmann (SED- und NSDAP-Mitglied) 1984 *** Hochschulrektorenkonferenz - einige aktuelle Nachweise der Bildungsunterdrückung: http://www.paulinerkirche.org/archiv/ethik/k4/faulHRK.html http://www.paulinerkirche.org/archiv/diktatur/index.html **** Die Weihepredigt von Martin Luther für die Paulinerkirche als erste evangelische Universitätskirche Anschrift: Wieland Zumpe Lärchenweg 9a 04288 Leipzig

Die Verleugnung Martin Luthers und der Geschichte in Leipzig
500 Jahre nach der Reformation in Deutschland


Vor 500 Jahren prangerte Martin Luther mit seinen Thesen den Ablaßhandel an und forderte, was wir heute u.a. als verantwortungsvolles Handeln verstehen. Von Sünden und Verbrechen kann man sich nicht freikaufen. Nun haben die Kirchen zwar längst ihre Macht verloren, aber die Frage nach dem Korrektiv zu Sünden und Verbrechen ist weiter aktuell. Gesetze allein reichen nicht aus, um ein freies und selbstbestimmtes Leben in einer Gesellschaft zu gewährleisten. Die Konvention der Menschenrechte ist 500 Jahre nach der Reformation aber eine der Grundlagen für Entwicklungen mit lokalem Handeln im globalen Bezug.

Leider wandelten sich in den folgenden Zeiten nur die Formen des Ablaßhandels. Während Johann Tetzels Ablaßbriefe immerhin dazu dienten, den Bau des Petersdoms in Rom zu finanzieren, konnte der Ablaß andererseits jedes Übel, jede Schweinerei bzw. Perversion damit legitimieren.

Gerade dieses Dilemma ist es, was aktuell nach 500 Jahren immer noch für Leipzig prägend ist. Denn gerade der Weg in eine gut gemeinte und vermeintlich klassenlose Gesellschaft wurde mit neuen Verbrechen gestützt und untermauert. So hatte die Oktoberrevolution vor hundert Jahren zwar die Beseitigung elender gesellschaftlicher Mißstände und z.B. Volksbildung propagiert, aber nur um den Preis diktatorischer Mittel und der Unterdrückung bzw. der Vernichtung dessen, was dieser nicht dienlich schien.

Der Ablaß bestand und besteht folglich nicht mehr im Brief, sondern in der Bereitschaft, sich einem entsprechenden Machtgefüge und seinen Organisationen auf Gedeih und Verderb auszuliefern, sei es durch aktive Mitarbeit, eine Verpflichtungserklärung oder sonstige Vereinbarungen, die einem freiheitlich selbstbestimmten Handeln entgegenstehen.

Somit war und ist es auch das Hauptziel einer vermeintlich „besseren Elite“ von SED, Stasi & Co., eigene Verbrechen „auf Teufel komm raus“ zu vertuschen, gerade da es um ethische Grundwerte geht. Genug dieser „Ablaßhändler“, „Ablaßbriefträger“ und Erfüllungsgehilfen waren und sind weiter aktiv, dies mit der (vorläufigen) Verhinderung des originalgetreuen Wiederaufbaus der Leipziger Universitätskirche St. Pauli vergessen zu machen und mit abgehobenen ahistorischen Forderungen weiterzutreiben. Statt geschichtlicher Gerechtigkeit und zeitkritschen Kontinuität folgten kostentreibende Verschlimmbesserungen, selbst für Nachfolgegenerationen.

Hauptgrund hierfür war nicht allein die Sprengung der intakten Paulinerkirche 1968, sondern die gezielte Beraubung der in ihr Begrabenen. Da diese Verbrechen weder vergessen noch gemäß Haager Konvention verjährt sind, tun Buße und Aufklärung dieses schwersten Kulturverbrechens in der Geschichte der inzwischen über 600-jährigen Universität Leipzig not!

Denn ausgerechnet Martin Luther wird in Leipzig selbst verleugnet mit seinem Wirken für die Universität. Und ihm ergeht es ebenso wie seinen Getreuen und Widersachern, über 800 weiteren Persönlichkeiten – von Studierenden bis zu herausragenden und seinerzeit weltberühmten Wissenschaftlern, Rektoren, Bürgermeistern, etc. pp.

Im Angesicht einiger Porträts sei dies bruchstückhaft verdeutlicht, ohne gezielte zeitliche oder Rangfolge, ohne Wertung der entsprechenden Wissenschaften, Rektoren, Bürgermeister etc. Nur, damit es andeutungsweise ein Gesicht bekommt, wessen Gebeine alles nach der Beraubung persönlicher Gegenstände in Kindersärge gestopft wurden und seither versteckt anonym abgestellt sind.

Verleugnet - Geschändet - Beraubt - Versteckt


Wenn hier als Erstes Gottscheds Ehefrau steht, so hat dies seine Bewandtnis darin, daß die Wertschätzung der Frauen in diesem geschichtlichen Kontext völlig unzureichend ist. Dieser Widerspruch liegt de facto vor, da es nicht an den in beachtlicher Zahl vorliegenden Leichenpredigten liegen kann. Bei den schätzungsweise derzeit über 600 nachweislichen Familiennamen kann man davon ausgehen, daß mindestens über 30 Prozent der in der Paulinerkirche Begrabenen Frauen bzw. Mädchen waren.
Für SED, Stasi & Co. war das insofern von Interesse, weil sie mit Schmuck möglichst viel an Valuta erbeuteten.


Luise Adelgunde Viktoria Kulmus (1713-1762)

Auch wenn Gottsched im Jahre 1766 starb und somit der gewünschte Epitaph für die Gottschedinn nicht mehr realisiert werden konnte, ist dies hier ein Anlaß, seinen Text wieder zu dokumentieren, damit vielleicht doch ein Epitaph für sie, gleich in welcher Form, irgendwann geschaffen wird. Johann Christoph Gottsched schrieb im Jahre 1763 zum vorgesehenen Epitaph für seine Ehefrau Luise Adelgunde Victoria Gottschedinn geb. Kulmus:


'Hier ist die Abbildung des Denkmaales, welches ich ihr in unsrer akademischen Kirche, über ihrem Begräbnisse mit dieser Inschrift werde aufrichten lassen:
'LUDOU. ADELG. VICTORIAE
E GENTE KULMIA GEDAN
INGENIO. ARTIBUS. VIRTUTE SCRIPTISQ.
INCLUTAE
CONIUGI SUAUISSIMAE
F. C.
MOESTISSIMUS MARITUS
IO. CHR. GOTTSCHED

NATA GEDANI D. XI APR. MDCCXIII
DENAT A LIPSIAE. D. XXVI IVN.
MDCCLXII.'

Unter und neben diesem sollen dereinst aus meine Gebeine verwesen: so wie sie neben dem Ueberreste unsers beyderseitigen Freundes, des seligen Professors der Sittenlehre allhier, Johann Friedrich Mayes, ihre Ruhestäte bekommen hat. Ein glückseligerer Zustand bringe uns durch die Weisheit und Allmacht des gnädigen Urhebers aller Dinge, dereinst freudig wieder zusammen! Ich schließe mit den Worten, womit ich vor mehr als 35 Jahren, in einem Singgedichte, den Orpheus seine Euridice habe beklagen lassen:


Du hast mein ganzes Herz besessen,
Hinfort besitzt es keine mehr:
Ich habe mich zu hoch vermessen;
Den Meyneid straft der Himmel sehr.
Du lebest noch in meiner Brust,
Du bist und bleibest meine Lust;
Ich kann und will Dich nicht vergessen:
Du hast mein ganzes Herz besessen,
Hinfort besitzt es keine mehr!'


Rektor Johann Christoph Gottsched (2. Februar 1700 Juditten - 12. Dezember 1766)

Hunderte weiterer Professoren, Rektoren, Bürgermeister, Gelehrter sowie wichtige Persönlichkeiten fanden so nebst ihren Frauen bzw. Familienangehörigen über die Jahrhunderte in der akademischen Kirche ihre Ruhekämmerlein - von der vorreformatorischen Zeit bis zum Jahre 1790.


Johann Otto von Münsterberg (1360 Münsterberg - 24. März 1416)
Am 24. Martii ist zu Leipzig gestorben Johann Otto von Münsterberg / SS. Theolog. PP. & Canon. Misn. welcher der erste Rector auff hiesieger Universität gewesen / wie solches sein Epitaphium in der Pauliner-Kirche sowohl an der Wand/ als auff dem Grabstein im Chor ausweiset.


Dr. Paul Luther (28. Januar 1533 - 8. März 1593)

Den 8 Martii ist Paulus Luther/ Medizinae Doctor, Chur-Fürst Augusti und Christiani, und nach Dero hüchstseeligen Absterben Hertzog Joachimi II. Chur-Fürst zu Brandenburg Leib-Medicus, des sel. Mannes D. Martin Luthers Sohn/ allhier entschlaffen/ und
in die Pauliner-Kirche/ wie sein Grab-Stein bezeuget/ zur Erden bestattet worden.


Wolfgang Meurer (13. Mai 1513 Altenberg - 6. Februar 1585)
Den 6 Febr. ist Herr Wolffgang Meurer/ von Altenberg / der Philosophie und Medicin hochbenahmter Doctor, Therapeutices Professor Publicus, der Medicinischen Facultät Decanus, des Grossen Fürsten-Collegii Collegiatus, und Vornehmer des Raths allhier/ ein ansehnlicher/ grundgelehrter/ weitberühmter und sowol umb diese Stadt als löbliche Universität hochverdienter Mann / im 72 Jahre seines Alters/ sanfft und seelig verschieden.
Sein Leichnam ist in die Pauliner-Kirche geleget/ und daselbst Ihm zu Ehren ein herrliches Epitaphium auffgerichtet worden.


Andreas Bauer (10. März 1590 Zeitz - 15. November 1638)
Den 7 Junii hat L. Andreas Bauer / von Zeitz / Professor publicus, und Archi-Diaconus in der Kirchen zu St. Nicoai allhier den Doctor-Grad rühmlich erhalten / und den 15 Novembr. ietzt lauffenden Jahres / nachdem er sein Alter gebracht auf 44 Jahre / dieses Zeitlich gesegnet. Seine Gebeine liegen in der Pauliner Kirche / ...


Christian August Crusius (10. Juni 1715 Leina - 18. Oktober 1775)
wurde den 21sten October mit einem ansehnlichen Gefolge in die Pauliner-Kirche beygesetzt.


Amadeus Eckolt (25. Januar 1623 Wels - 21. November 1668)
AMADEUS Eckolt, Hochberühmter JCti und P. P. des Chur-und Fürstl. Sächs. Ober-Hoffgerichts/ wie auch der Juristischen Facultät Assesoris, und des Kleinen Fürsten-Collegii Collegiati in Leipzig/ In der Pauliner-Kirche Für Volckreicher und ansehnlicher Versammlung/ Den 24. Novembr. Des zu Ende lauffenden 1668sten Jahrs abgesegnet/ und darauff der Erden überliefert worden/

Den 21. Novemb. ist allhier mit Tode abgangen H. Amadeus Eckolt / vornehmer JCtus und Prof. Publ. des Chur-Fürstl. Sächs. Ober-Hoff-Gerichts / wie auch der Juristischen Facultät Assessor / und des kleinen Fürsten-Collegii Collegiat / und den 24. dieses darauff in der Pauliner-Kirchen begraben wurden, daselbst in Messing sein Epitaphium zu sehen.


Johann Adam Schertzer Epitaph (1. August.1628 - 23. Dezember 1683)
verblichener Leichnam den 27. Dec. darauff/ war der dritte Weynachts Feyertag / mit einer ansehnlichen Leichen-Proceßion in der Pauliner Kirche beerdigt worden.


Hieronymus Kromayer (18. Januar 1610 - 3. Juni 1670)
HIERONYMO Kromayern, Hochberühmten und die gantze Christliche Kirche wohlverdienten Doctori Theologo und Prof. Publ. Primario, der Theologischen Facultät Seniori und Decano, der Hohen Stiffts Kirchen zu Meissen Canonico, und des Capitels wie auch der Meißnerischen Nation Seniori, des Chru-und Fürstl. Sächs. Consistorii Assessori, des Fürstl. Collegii Collegiato, der Churfl. Stipendiaten Ephoro und der löbl. Universität Decem Viro &c. in der Ewigkeit auffgesetzet hat/
am Tage seiner Beerdigung/ war der IX. Junii 1670. Jahres/ bey Volckreicher Versammlung in der Pauliner Kirchen zu Leipzig


Daniel Heinrici (5. April 1615 - 15. März 1666)
DANIELIS HEINRICI, uff Müglentz/ Weitberühmten Doctoris Theologi, Professoris Publici Primarii in Leipzig &c. Welcher in seinem Erlöser gar sanfft und selig den 15. Martii dieses 1666. Jahres eingeschlaffen/
darauff den 21 Martii mit Christlichen Ceremonien in der Pauliner Kirchen beygesetzet worden/


Heinrich Höpfner (29. November 1582 - 10. Juni 1642)
HEINRICI HÖPFNERI, S S. Theol. Doct. P. P. Primarii , der Theologische Facultet/wie auch der Meißnischen Nation Senioris, des Churf.Consistorii Assessoris, der Universitet Leipzig Decemviri, des kleinen Fürsten-Collegii Collegiata und des hohen Stiffts Meißen Canonici und Thesaurarii.
Welcher Anno 1642. den 10. Junii Abends umb 9.Uhr in seinem Eröser CHRISTO JESU sanfft und selig verschieden/ und den 13. ejusdem mit Christlichen Ceremonien in der Pauliner Kirche begraben worden.


Johannes Michaelis (10. Januar 1606 - 29. November 1667)
Johannis Michaelis, der Philosophie und Medicin Hochbenahmten Doctors/ Therapeutices, Professoris Publici, der Medicinischen Facultät Decani, Academiae Decem. Viri, Deroselben / so wohl der Sächsischen Nation Senioris, des Kleinen und Grossen Fürsten Collegii Collegiaten / Chur- und Fürst. Sächs. Hochbestalten Leib Medici, Erb- und Gerichts-Herrns auf Benndorff/ Zu Schuldigem Dienst und Hocherworbenen Ehren In der Gemeinschaft Aller Beständig Recht Gläubigen und Außerwehlten Kinder Gottes
Nachgehaltene Leichpredigt Bey Dessen Vornehmen HochAnsehnlichen und Volckreichen Begräbniß zu Leipzig in der Pauliner Kirche / Mittwochs nach dem I. Advent Sonntag den 4. Xbr. 1667


Polycarp Wirth (7. April 1609 - 27. September 1654)
Polycarpi Wirthens / berühmten JCti und Professoris Publici, des Churfürstl. Sächs.Oberhoffgerichts zu Leipzig/ und des Landgerichts im Marggraffthum NiederLausitz/ so wol der Juristischen Facultät allhier Adsessoris, des kleinen Fürsten-Collegii Collegiatens, und des hohen Stiffts Naumburg Canonici, Als welcher a, 27. Septemb. durch ein plötzliches, doch sanfft und seliges Ableiben entseelet/
und den 1. Octobris drauff zu seinem Ruhebettlein in die Pauliner Kirchen begleitet worden.


Friedrich Kühlewein (1606 - 19. Mai 1663)
D. Friederich Kühleweins auff Raschwitz fürnehmen Juris-Consulti, Churfl. Durchl. zu Sachsen wohlbestallten Appelation-Raths / und Besitzers der Löblichen Juristen Facultät und Schöppen-Stuels zu Leipzig / auch um diese Stadt und Gemeines Wesen Hochwohlverdienten Aeltesten Bürger-Meisters Seligen in der Pauliner Kirchen daselbsten durch eine gewöhnliche Leichen-Predigt in aller Einfalt vorgetragen
Den 26. Maji Anno 1663. Bey Christlicher und ansehnlicher Leichen-Bestattung


Matthäus Dresser (24. August 1536 Erfurt - 5. Oktober 1607)
Den 5 Oktob. ist D. Matthaeus Dresserus, von Erfut / Latinae Linguae und Historiarum weltberühmter Professor Publicus allhier / der Philosophischen Facultät Senior, und der Academie Decem-Vir, im 71 Jahre seines Alters / sanfft und seelig verschieden /
und in die Pauliner-Kirchen beerdigt worden.


Quirinus Schacher (28. Oktober 1597 - 14. Juni 1670)
Quirin Schachers / Weitberühmten JCti und Prof. Publ. Churfl. Durch. zu Sachsen hoch-bestalten Appellations-Raths/ des Chur und Fürstl. Sächs. Consistorii, wie auch der Juristen-Facultät allhier wohlverdienten Senioris, der Bischöfflichen Kirchen zu Naumburg Canonici, und der löbl. Academie Decem-Viri Welcher den 14. Junii halb Eilff Uhr zu Mittage dieses lauffenden 1670sten Jahres seinen gantzer 72. Jahr/ 7. Monath/ 2. Wochen und 2. Tage in sich fassenden Lebens-Lauff rühmlich geendet/
und den 20.dito in der Pauliner-Kirchen zu seiner Ruhestete gebracht worden/


Johann Christoph Schacher (3. März 1667 - 29. März 1720)
danach begraben in der Paulinerkirche.


Philipp Adolph Walther (1622 - 1664)
PHILIPPI ADOLPHI Walthers/ Beyder Rechten vornehmen Doctoris, in der löblichen Juristen Facultät zu Leipzig gewesen Assessoris und Beysitzers / und berühmten Practici seligen/ Den 10. August des 1664. Jahres in der Pauliner Kirchen
Bey Christlicher und Volckreicher Leichen-Bestattung


Caspar von Barth (21.6.1587 Cüstrin - 18.9.1658)
Caspar von Barth / Eines Rittermäßigen / und umb die Studia hochverdienten Mannes / als er noch Gottes Willen / im 71. Jahr seines Alters / auff dem Pauliner-Collegio zu Leipzig/ am 18. Septembris/ im Jahre Christi 1658. in waaren Glauben auff das Verdienst Christi Jesu selig eingeschlaffen/ den 6. Octobris drauff in gemeldter Kirchen Christlich und Standmäßig begraben worden.


Matthias Berlich (9. Oktober Schkölen 1586 - 8. August 1638)
Matthiae Berlichi, Off Benndorff / Beyder Rechten Doctoris und weitberühmten Jure-Consulti, welcher den 8 August. des 1638. Jahrs in wahrer Erkäntnüs seines Erlösers Christi Jesu selig entschalffen/un den folgenden 10.ejusd.mit Christlichen Ceremonien/bey volckreicher Versammlung/
in der Pauliner Kirchen/in sein Ruhebettlein beygesetzt worden.


Christoph Preibisius (2. Februar 1580 - 1. März 1651)
Christoph Preibisius/ beyder Rechte Doctor der Röm. Kays. Maj. gefreyeter Hoff- und Pfaltz-Graf / der löblichen Juristen Facultät allhier und des Frauen Collegii Senior, sodann auch Physicae Professor Publicus, und dazumals Rector bey der Universität allhier im 71 Jahr seines Alters verschieden.
Dieses ist der erste Rector, welcher in seiner Administration des Rectorats gestorben / dergleichen von Anfang dieser löblichen Universität / so selbiger Zeit über 240 Jahr gestande/ und da es allzeit geheissen: Rector non moritur, noch niemals geschehen. Folgendes Tages ward angefangen in der Pauliner Kirche und in denen Collegiis umb 12 Uhr biß 1 Vierthel auff 1 Uhr mit allen Glocken zu läuten. Den 7 dieses ward der verblichene Cörper in angelegten Rector Habit / in der Pauliner Kirchen mit grossen Solennitäten beerdigt.



Benedictus Carpzovius (27. Mai 1595 Wittenberg - 30. August 1666) Bestattung am 6. September 1666 in der Paulinerkirche
Den 30. Augusti ist allhier zu Leipzig der Weltberühmte ICtus, Hr. D. Benedictus Carpzovius, von Wittenberg / Chur-Fürstl. Durchl. zu Sachsen hochbestallten Geheimen- und Appellation-Rath; Des Chur- und Fürstl. Sächs. Löbl. Ober-Hoff-Gerichts hochberühmter Assessor / wie auch des Chur-Fürstl. Sächs.Schöppenstuhls allhier in die 46. Jahr gewesener Assessor und hochverdienter Senior / der Löbl. Juristen-Facultät Ordinarius und Professor Juris Canonici, wie auch dieser Löbl. Academie Decemvir / im 71. Jahr seines Alters / selig / Lebens- und Ehren-satt / von dieser Welt geschieden / und in die Pauliner-Kirche / darinnen er sein Epitaphium beym hohem Altar schon lange gehabt / mit ansehnlicher Proceßion begraben worden ...


Fridrich Benedict Carpzov (1. Januar 1649 - 20. Mai 1699)
Den 20. Maj. ist der vortrefflich Polyhistor Herr Friedrich Benedictus Carpzovius, vernehmer das Raths und hoch-verdienter Baumeister allhier im 50. Jahr seines Alters aus dieser zeitlichkeit, zum grossen Leid-Wesen derer Gelehrten und Studirenden, in die Ewigkeit gegangen.


Friedrich Geißler (25. Oktober 1636 Reußendorf - 21. April 1679)
Den 21. Aprilis hat dem sel. Herrn Rectori nachgefolget Herr Friedrich Geißler / von Reussendorff aus Schlesien/ der Philosophie und beyder Rechte weitberühmter Doctor und Professor Publicus wie auch des grossen Fürsten Collegii Collegiatus/ und ist den 25. dieses in der Pauliner Kirche beerdigt worden.


Andreas Goldbeck (25. Juli 1564 - 6. Juli 1609)
Itztgemeldten 6 Tages des Monats Julii/ist mit Tode abgangen Herr Andreas Goldbeck/ J.U.D. des Churfl. Sächß, Schöppen-Stuhls allhier Assessor, und Churfl. Sächsischer Rath, liegt in der Pauliner-Kirche begraben.


Gottfried Leonhard Baudiß (4. August 1683 Liegnitz - 8. Februar 1739)
Er ist, wiewohl sehr frühzeitig und zum größten Leidwesen der Universität, den 8. Februar 1739 im 56 Jahre seines Alters verstorben.


D. Ferdinand August Hommel (3. Februar 1697 - 16. Februar 1765)
danach begraben in der Paulinerkirche.


Thomas Ittig (31. Oktober 1643 - 7. April 1710)
Den 7. April ist Herr Thomas Ittig, der heil. Schrift weitberühmter Doctor, und Professor Publicus ordinarius, des hohen Stiffts Meißen Canonicus, des Chur- und Fürstl. Sächsischen Consistorii Assessor, wie auch Pastor bey der Kirchen zu St. Nicolai, und der Leipzigischen Dioeces hochverdienter Superintendens, ein grundgelehrter und durch seine Schrifften weltbekannter Mann, im 66. Jahr seines Alters au dieser Zeitlichkeit in die Ewigkeit versetzt worden.


Heinrich Klausing (28. Dezember 1675 Herford - 2. Oktober 1745)
Der entseelte Leichnam wurden den 6ten October in der Paulinerkirche in der Stille beerdigt, und bey dem darauf erfolgten öffentlichen Leichenbegängniße wurde die Leichenpredigt von Herrn D. Deylingen über Ps. LXXI, 17, von Hrn. Tellern aber die Abdanckung, gehalten.


Georg Tobias Schwendendörffer (13. November 1597 -16. April 1681)
Den 16. April ist Herr Georg Tobias Schwendendörffer/ vornehmer JureConsultus,Churf.Durchl.zu Sachsen wohlbestallter Rath/des Chur-und Fürstl.S.Ober-Hoff-Gerichts allhier Assessor/der Juristen Fakultät Ordinarius und Prof. Prim. des hohen Stiffts der Bischöffl. Kirchen und S.Sixti zu Merseburg Canonicus, ingleichen jenes Custos/ wie auch desselben/ so wohl der Bäyerischen Nation und der gantzen hiesigen Academie Senior/deroselben Decemvir, des grossen Fürsten Collegii Collegiatus / und des Collegii Paulini damals Präpositus/im 83 Jahr 5 Monat und 3 Tage seines Alters Todtes verblichen/ und den 20 dieses darauff mit einer solennen Leichen-Procession in die Pauliner Kirche beerdigt worden/ wie das im Chor befindliche von schwartz und weissen Marmor auffgerichtete Monument bezeugen.


Bartholomäus Leonhardus Freiherr von Schwendendörffer (2. August 1631 - 16. Juli 1705)
Bey Christ-ansehnlicher Leich-Bestattung Des Hochwürdigen Herrn D. Bartholomäi Leonhardi Schwendendörffers ... : d. 19. Jul. A. C. 1705. in der Pauliner Kirche vorgestellet. Wie auch Die von GOtt den Gläubigen verheissene zeitliche und ewige Wohlfahrt, aus dem von dem Sel. Herrn D. Schwendendörffer selbst erwehlten, aber erst nach seinem Begräbniß gefundenen Leichen-Texte Psalm. XCI, 15. 16.


Valentin Friderici (28. April 1630 Schmalkalden - 9. Mai 1702)
Hr. Valentinus Friderici, der heil. Schrifft Licentiatus, der Hebräischen zu Sprache Professor Publicus ordinar. wie auch der Philosophischen Facultät ältester Assessor, und Collegiatus des grossen Fürsten-Collegii bey dieser Universität;


Lüder Mencke (14. Dezember 1658 - 29. Juni 1726)
danach begraben in der Paulinerkirche.


Jacob Thomasius (27. August 1622 - 9. September 1684)
Den 12 Septembr. ist der grundgelehrte und weltberühmte Mann / Herr Jacob Thomasius / Lips. vornehmer Professor Publicus Oratoriae auff der Universität Leipzig / wie auch selbiger Acadimae Decemvir, der Philosophischen Facultät Senior / des kleinen Fürsten Collegii Collegiatus / und der Stadt-Schulen zu S. Thomas wolverdienter Rector / verschieden / ein Mann von unvergleichlicher Erudition / hoher Wissenschafft / grosser Beredsamkeit und anderen Qualitäten / welcher viele gelehrte und berühmte Leute erzogen / also daß er das Lob / welches Herr Joachim Camerario / auch Prof. Publ. auff dieser Universität / gegeben wird / daß er Communis Praeceptor Germaniae, ein gemeiner Lehrer Deutschlands gewesen / mit gutem Rechte meritieret. Gestalt er wegen seiner Geschicklichkeit und gelehrter Schrifften halber / nicht allein im gantzen Deutschland / sondern auch bey frembden ausländischen Nationen so berühmt gewesen / daß die gelehrtesten unf vortrefflichsten Leute sich hoch bemühet und beworben ihn zu sehen / und zu kennen. Dessen verblichener Cörper ist den 14 Sept. darauff als am XVI. Sonntage nach Trinitatis in der Pauliner Kirchen beerdigt worden.


Friedrich Rappolt (26. Januar 1615 Reichenbach - 27. Dezember 1676)
Am dritten Weynachts-Feyertage/ war der 27. Dec. ist im HErrn verschieden Herr Friedrich Rappolt / der heiligen Schrift Doctor und Professor Publicus, des Stiffts zu Zeitz Canonicus und Domherr/des grossen Fürsten Collegii Collegiatus/ der Churfürstlichen Stipendiaten Ephorus, der Meißnischen Nation Senior/ein Mann der sich um die Kirche und studirende Jugend hochverdient gemacht/ und ist am Neuen-Jahrs-Tage darauff mit grossen Leidwesen der gantzen Stadt/ sonderlich der Universitäts-Verwandten in der Pauliner Kirchen beerdigt worden.


Romanus Francisus von Muckershausen (31. August 1600 - 27. Dezember 1668)
Am 3.1.1669 begraben in der Paulinerkirche.


Gottlieb Titius (5. Juni 1661 - 10. April 1714)
Er starb als Rector Magnific. 1714. den 10. April. im 53. Jahre und wurde in der academischen Kirche mit Fürstl, Solennitäten beygesetzt - 18.4.1714.


Johannes Philippi (9. März 1607 - 21. April 1674)
Den 21. April dieses zeitliche gesegnet / Herr Johann Philippi / vornehmer Jtiris Consultus, Comes Palatinis Celareus, des Churfürstl. Sächs. Schöppenstuhls allhier / und des Fürst. Sächs. Landgerichts in Marggraffthum Nieder-Lausitz wohlverdienter Assessor / des Frauen Collegii Collegiat/ und sowohl desselben/ als der Polnischen Nation Senior/ auch des allhiesigen löblichen Stadt-Regiments wohlverdienter ProConsul. Dessen Leichen-Begängnüß den 27 desselben Monats gehalten worden.


Adrian Steger (28. März 1623- 19. August 1700)
Den 19. Augusti nach Mittage gegen vier Uhr beschloß noch vor Ausgang seines 78. Jahres sein Leben freudig, sanft und seelig, Herr Adrian Steger, von Leipzig, aus einem in die 200. Jahr zu Leipzig florirenden und mit vielen vornehmen Familien befreundeten Geschlecht entsprossenen, vornehmer JCtus, der Stadt Leipzig Hoch-emeritirter Bürgermeister, des gantzen Rath-Stuhls ansehnlicher Senior, des Churfürstl. Schöppen-Stuhls vornehmer Assessor, und der Kirchen zu St. Thomae hochverdienter Vorsteher, deßen GOtt geheiligter Leichnam den 21. Augusti in sein Erb-Begräbniß im Paulino eingesenket, der Leichen-Proceß aber den 26. dieses darauff in der Kirchen zu St. Nicolai bey Volckreicher Versammlung gehalten wurde.


Gottfried Olearius (23. Juli 1672 - 10. November 1715)
Ehe der todt-krancke Gottfrid Olearius, ein geschickter lehrer der Theologie zu Leipzig, in die ewigkeit ging, verordnete er den 10ten nov. 1715 vor seinem ende; mein leichnam wird in die Paulliner-kirche ohne leichen- oder gedächtnis-predigt, abdanckungen, leichen-gedichten u.d.g. beigesetzet werden.


Natürlich zählt auch Johann Tetzel zu den in der Paulinerkirche Begrabenen. Allerdings befand sich sein Sarg im vorderen Teil der Paulinerkirche. Im Zuge der baulichen Verteidigung der Stadt Leipzig im Schmalkaldischen Krieg wurde das Chorhaupt 1546 abgerissen, so daß sich dieser dann folglich außerhalb der Kirche befand. All dies wurde im Jahre 1968 unbesehen abgebaggert und befindet sich in der Etzoldschen Sandgrube. Zu unterst die Paulinerkirche, zu oberst folglich die Gräber und teils prunkvoll bemalten Grüfte.


Johann Tetzel (1465 Pirna - 11. August 1519)
Im Augustmonat hat die Seuche der Pestilentz in Leipzig zu grassiren angefangen/ biß zum Ausgang des Novembris gewähret / und 2360 Menschen weggeraffet. Unter andern ist auch der obermeldete Ablaßkrämer Johann Tetzel in Dominicaner-Kloster allhier daran gestorben / und folgenden Tages darauff in die Pauliner-Kirche für den hohen Altar / wie Hr. Heidenreich pag. 97. angemercket / begraben worden.

Über 1000 Namen


Wenn bereits weit über tausend Namen im direkten Zusammenhang mit der Leipziger Paulinerkirche genannt werden müssen, so hat auch dieses seine Bewandtnis. Denn zum Teil wurden Grabeskapellen an der Außenseite abgerissen, und auch im Inneren der Paulinerkirche wurden Veränderungen vorgenommen (Heizung im Vorderteil), so daß verschiedene Grabanlagen im Jahre 1968 nicht mehr exisiterten. Zum anderen sind auch einige nicht in der Paulinerkirche begraben worden wie der Weggefährte von Martin Luther, Johannes Camerarius. Hierzu ist z.B. in Vogels Annalen nachzulesen:
"Den 17 April ist Herr Joachimus Camerarius, von Pabeberg, Historiarum und utriusz Linguae Professor Publicus, ein grundgelehrter; weltberühmter/ und sich umb hiesiege Universität und gantze gelehrte Welt wohl-meritirter Mann / nachdem er 74 Jahr und 5 Tage erlebet / den Weg aller Welt gegangen / und den 19 dieses / mit grossen Leidwesen der gantzen Stadt / auf dem Gottes-Acker begraben worden. Nach gehaltener Leichen-Begängnüß sind die ganze Universität und der Rath vom Gottes-Acker in die Pauliner-Kirche gegangen / allwo dem Verstorbenen von D. Andrea Freyhub/P.P. parentiret/ und Ihm zu Ehren nachgehends ein Epitaphium in besagter Kirchen gesetzt worden..."


Joachim Camerarius (12. April 1500 Bamberg - 15. April 1574)

Die Zahl ist auch deshalb so hoch, weil im damaligen gesellschaftlichen Zusammenhalt nachrangig war, ob man in der Nicolai-, Thomas- oder Pauliner- (und später der Neuen) Kirche wirkte. Die Leichpredigten widerspiegeln eindrucksvoll dieses übergreifende Wirken.
Mittlerweile sind nicht nur hunderte Porträts von Universitäten, Bibliotheken und Archiven, insbesondere im deutschsprachigen Raum (die Exemplaranzahl ist vierstellig), digital erfaßt worden und online präsent. Die Anzahl der akribisch gescannten Leichpredigten liegt im dreistelligen Bereich. Was SED, Stasi & Co. nicht im Zugriff hatten und nicht vorsätzlich vernichten konnten, kann somit wieder in den Wissensbestand der Allgemeinheit aufgenommen werden. Es drängt folglich danach, dieses schwerste Verbrechen an der Universität Leipzig, was noch nicht einmal 50 Jahre her ist, lückenlos aufzuklären.
Schließlich geht es hier nicht nur um die Exhumierung der in Kindersärge gepferchten sterblichen Überreste der Eliten vergangener Jahrhunderte, sondern um die Wiedergewinnung von zumindest nationalem Kulturgut.

Martin Luther und seine Verleugnung bis heute



D. Martin Luther im Kupferstich-Porträt von Christoph Metzger, nach einer Vorlage von Lucas Cranach d.Ä.

Gleichnishaft stand für Martin Luther das Thema der Heimsuchung ‘Mein Haus sol ein Bethaus heissen, Ir aber habts zu einer Mördergruben gemacht’, als er im Jahre 1546 die Paulinerkirche als Universitätskirche weihte: "darumb, sagt Chrystus, kome ich und wil dir von sulcher abgötterey, lügen und kremerey helffen, du solt auch ganß loß davon werden. Do schmucken syes den so fein und sagenn: Traun, dyese Iher wil ich nicht. Ist doch das unser alter her gebrochter glaube und gewanheyt, also wollen sie nicht, das yst yh der Teuffell sc."

Den Studierenden in Leipzig gab er u.a. mit auf den Weg: "Darumb lasst uns allesampt, beide, Lerer und Schüler, auch zur zeit dieser Heimsuchung Gotte helffen seine kärnlin zusamen bringen, ehe denn der endliche Zorn angehe, der die sprew ewiglich anzunden und verbrennen wird."

Im Jahre 1968 vergingen sich SED, Stasi & Co. an dieser Geschichte, um sie zu vernichten und mit Raubguterlösen ihre Spitzel zum Sieg des Sozialismus-Kommunismus in alle Welt auszuschicken.

Und noch heute (aktuelles Datum unten) stellen sich Rektoren und Amtsträger hinter SED-Verbrechen und unterdrücken sowohl die Aufklärung der Verbrechen als auch die Wiedergewinnung von Kulturwerten.

Im Zuge des Reformationsjubiäums 2017 werden folglich, so sich daran nichts ändert, die angesprochenen Rektoren und Amtsträger in aller Öffentlichkeit namentlich und nachweislich auf ihre Frevel hingewiesen und aufgefordert, ihr Fehlverhalten abzustellen.


Wieland Zumpe Stand 3. April 2017

Abbildungen (ausschließlich nach gescannten Originalen): Sammlung Wieland Zumpe, Leipzig Copyright © 1999-2017 Email: bach(at)paulinerkirche.org


Weiterführende Informationen:

Die Weihepredigt von Martin Luther für die Paulinerkirche als erste evangelische Universitätskirche
Allgemeine Grundinformationen zur Paulinerkirche
Das 2015 geschaffene Modell vor dem geschichtsfälschenden Menetekel
Sachstand