Bildung in Sachsen - Das Königliche Gymnasium zu Leipzig 1881 - Geschichte, Verantwortung und Zukunft Für ein neues Landesgymnasium der Albertiner zu Leipzig Vor 150 Jahren erließ König Albert ein Dekret zur Gründung eines Landesgymnasiums in Sachsen auf Staatskosten. Jahrzehntelange Bildungsarbeit endete abrupt, als das Schulgebäude im Jahre 1943 bei einem Luftangriff zerstört und das Gymnasium mit der sozialistischen Umgestaltung geschlossen wurde. Mit dem Bund der Albertiner und dessen Stiftung blieb aber der Gedanke an dessen Weiterführung ständig präsent. Im Unterschied zur Thomasschule und Nicolaischule verfügt das König-Albert-Gymnasium über einen Erfahrungsschatz, der mit der Dokumentation von Lebenswegen und Lebenserfahrungen Authentisches und Unvergleichliches künftigen Schüler- und Lehrergenerationen bietet.
Der Schatz der Albertiner
Das Schülerverzeichnis des Königlichen Gymnasiums enthält mehr als 5.000 handschriftliche Eintragungen der Jahre 1880 bis 1934 und später.
Als ich im Jahre 1996 Nobelpreisträger Sir Bernard Katz Eintragungen daraus zusandte, waren diese ihm völlig unbekannt.
Und so gibt es nur wenige, die wie Dieter Menninger oder über den Bund der Albertiner zu Lebzeiten von ihren Eintragungen erfuhren.
Nun ist die Zeit der Besinnung herangereift, so daß ein Neues Albertinum zu Leipzig als Landesgymnasium geplant und Albertiner aus der Geschichte lernend in weiteren Schüler- und Lehrergenerationen Bildungstraditionen in Sachsen fortsetzen können. Denn nichts von der Geschichte ist mit dem Schülerverzeichnis vergessen! Während vieles in zwei deutschen Diktaturen vernichtet, verleugnet oder instrumentalisiert wurde und in Leipzig der Wiederaufbau der Jüdischen Hauptsynagoge, der originalgetreuen Paulinerkirche, der Matthäikirche und anderer bedeutender Bauwerke aussteht, kann hier der jungen Generation ein einzigartiges Lernmittel an die Hand gegeben werden. Denn kennzeichnend für das König-Albert-Gymnasium war die Ausbildung von Schülern unterschiedlichster Glaubensrichtungen und Religionen mit schätzungsweise über zehn Prozent jüdischer Herkunft. Hier geht es folglich nicht um pauschalen Geschichtsunterricht, sondern um die Nachzeichnung und Erforschung des Lebens ihrer Vorgänger. Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob jemand besonders gute Schulnoten hatte oder als unbegabt wieder das Gymnasium verließ und in einem praktischen Beruf sein Wirken und Werk fortsetzte. Grundlegend ist eben, daß Schüler in ihrer damaligen Entwicklung besser verstanden werden können und wo sich auch heute und künftig die Frage stellt, wie man selbst handeln würde. Dies wirft Fragen der Zivilcourage, der Standhaftigkeit wie auch der Ethik und Moral auf. Wie kann man mit seinem eigenen Verhalten Diktaturen vorbeugen u.v.a. Jeder der künftigen Albertiner kann Lebenswege seiner Vorgänger weltweit vor Ort nachvollziehen, sei es bei aufzuspürenden Nachfahren oder an Orten wie Buchenwald, Auschwitz, Sobibor, Dachau oder in ehemaligen Kriegsgebieten. Allein dafür werden im Neuen Albertinum zu Leipzig zahlreiche Jahre gebraucht, um aus der Geschichte lernend diese in die Zukunft für weitere Jahrzehnte würdevoll fortzuschreiben. Um die Dimension des König-Albert-Gymnasiums und seiner Schüler zu ausgewiesenen Persönlichkeiten aufzuzeigen und als ganz kleinen Streifzug gelebter sächsischer Bildungstradition habe ich einiges zusammengestellt, voran einige der Schüler insbesondere jüdischer Herkunft:Lebenswege: Archäologie / Architektur Historiker Ingenieurwissenschaften Kunst Kunstwissenschaften Literatur / Literaturwissenschaften Journalistik / Medien Medizin Musik Naturwissenschaften Pädagogik Rechtswissenschaft Sprachen Theologie Wirtschaft / Handel
Wieland Zumpe Leipzig, den 3. März 2026
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Sir Bernhard Katz fehlende Baukultur in Leipzig Schüler als Kanonenfutter und Lehren Was mir Yehudi Menuhin zum Musikviertel schrieb, mag auch im Neuen Albertinum gelten.
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