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Das Fotoarchiv Mittelmann
Porträts aus dem Fotoarchiv Mittelmann



In unmittelbarer Nähe von Gewandhaus, Universitätsbibliothek, Reichsgericht und Rathaus hatten die Leipziger Fotografen Abram und Eugen Mittelmann bis zur Flucht 1938 eine sehr gemischte Kundschaft.

Als Reste des Archivs fünfzig Jahre später aufgefunden wurden, nahm sie die Fotografin Gudrun Vogel treuhänderisch in ihre Obhut. Sie machte die Töchter von Eugen Mittelmann in Paris ausfindig, die sie auch in Leipzig besuchten. Die Ausstellung "Ausblicke" im Jahre 1993 widmete sich den Porträts, die einen unverstellten Blick auf eine Gesellschaft weisen, die zunehmend auseinanderbrach. Daher tragen die Fotos eine generationsübergereifende Symbolkraft.

Der Gedanke für ihren langfristigen Verbleib besteht darin, daß Porträts der Fotografen Mittelmann in einer ständigen Ausstellung mit anderen verdrängten Zeitzeugnissen dort zu sehen sein sollen, wo Terror organisiert wurde – an dem Standort und jetzt freiem Platz, wo sich einst die Leipziger NSDAP-Kreisleitung einnistete, in der Gottschedstraße unweit der (ebenfalls langfristig wieder zu errichtenden) Synagoge.

In diesen Bemühungen sind wir bisher nur kleine Schritte vorangekommen. Die vorhandenen Bestände wurden sorgsam verwahrt, katalogisiert und zum Teil bereits gescannt.

Die Kulturstiftung des Bundes hatte sogar schon Mittel bereitgestellt, allerdings nicht im Sinne des geäußerten Anliegens, sondern ausschließlich zur Förderung von SED-Seilschaften.

So warten viele Glasnegative noch in meinem Wohnzimmer auf ihre Aufbereitung.

Wieland Zumpe
Stand: März 2011


Dokumente:

Einige Informationen zum Fotoarchiv Mittelmann und dem Vorgang
Link: http://www.paulinerkirche.org/archiv/ethik/k9/mittgesch.html

Schriftwechsel Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert
Link: http://www.paulinerkirche.org/archiv/ethik/k9/lammertc.html