Diktaturzeichen
Vorwort
Der Thurm
Diktaturzeichen
Lenins Wahrsagung
Immobilien
Ruinen schaffen ohne Waffen
Gästehaus Ministerrat
Bildungspolitik
Aufwaidung
Raubbau Willkür Verdummung
Weiterführung SED-Verbrechen
Andauernde Diktaturfolgen
Universität Leipzig
Zäsur

Diktaturfolgen in der Architektur

Leipzig 2014





3. Diktaturzeichen

Diktaturen kündigen sich nicht sofort im Stadtbild an. Aber auch als Vorahnung werden sie sichtbar und
nachweislich, nicht nur bei Straßenumbenennungen, neuen Denkmälern, fragwürdigen Feiern, Festakten und Jubiläen.



Leipziger Rennbahn am Scheibenholz. Fliegeraufnahme.
1934 Vereinigter Leipziger Bahnhofsbuchhandel G.m.b.H. Leipzig.

Die gleiche Aufnahme:



Freigegeben vom RLM. 13.9.34. Nachgeprüft 28.9.39.
Verlag: W. Radestock Nachf., Leipzig C 1




Messhaus „Kosmos“ um 1920 Blickrichtung Gottschedstraße mit Synagoge

Arisierung



Gottschedstraße 1940 – ohne Sicht auf Standort der Synagoge
Phot. , Verlag Alfred Krüger, Leipzig



Reichsmessestadt Leipzig. Gewandhaus mit Retuschespuren des 1936 entfernten Mendelssohn-Denkmals ,
um 1940 , Nr. 493, Photo und Verlag Karl Cramer, Leipzig C 1

Was dann folgte mit dem gewollten „Totalen Krieg“ läßt sich kaum in Worte fassen, denn diese Diktaturfolgen
bestimmen auch uns und weitere Generationen und Themen. Hierzu einige Beispiele aus den Jahren 1945/6
(Fotograf unbekannt):



Neues Rathaus von St. Trinitatis aus gesehen



Inneres der Katholischen Kirche St. Trinitatis



Augustusplatz 1, Ecke Johannisgasse



Augustusplatz 3, Postamt Deutsche Reichspost



Goethestraße 8, Konditorei und Kaffee Fürst Reichskanzler



Johanniskirche

Entnazifizierung



Leipzig Universität (ohne Verlagsangabe) M 0605 um 1941



Leipzig Universität 1945

Unterschiede 1989 zu 1945

Als nach der „Wende“ viele Alt-Leipziger, Investoren, Touristen und bildungsbeflissene Bürger aus dem
Westteil des Landes wieder die Amtsstuben der Leipziger Stadtverwaltung aufsuchten, fühlten sich die
älteren an die Zustände in Westdeutschland nach 1945 erinnert, als weiterhin „brauner Mief“ in Form von
mangelndem Unrechtsempfinden, fehlender Aufarbeitung, Aufklärung und Wiedergutmachung und eine
diktaturspezifische Beharrungsmentalität viele Jahre einen „bleiernen Schleier“ über
Verwaltungsmaschinerien zog.

Und so fragten sich natürlich viele mit Beklommenheit, wie derartige Analogien nach politischen Wenden zu
spüren waren und sind. Es gab auch die einfache Feststellung: „Diese Stadt ist krank.“, so daß sich auch
seriöse Investoren, Architekturbüros und Ansiedlungswillige von Leipzig abwandten ...



Einige Textteile wurden im "Wiki" von Stadtbild Deutschland bzw. im Forum für Baukultur verändert. Alle Bilddokumente Sammlung Wieland Zumpe, Leipzig. Kontakt, Fragen, Hinweise, Fehlerkorrekturen und Copyright © 1999-2024 Email: bach(at)paulinerkirche.org