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3. Diktaturzeichen Diktaturen kündigen sich nicht sofort im Stadtbild an. Aber auch als Vorahnung werden sie sichtbar und nachweislich, nicht nur bei Straßenumbenennungen, neuen Denkmälern, fragwürdigen Feiern, Festakten und Jubiläen. Leipziger Rennbahn am Scheibenholz. Fliegeraufnahme. 1934 Vereinigter Leipziger Bahnhofsbuchhandel G.m.b.H. Leipzig. Die gleiche Aufnahme: Freigegeben vom RLM. 13.9.34. Nachgeprüft 28.9.39. Verlag: W. Radestock Nachf., Leipzig C 1 Messhaus „Kosmos“ um 1920 Blickrichtung Gottschedstraße mit Synagoge Arisierung Gottschedstraße 1940 – ohne Sicht auf Standort der Synagoge Phot. , Verlag Alfred Krüger, Leipzig Reichsmessestadt Leipzig. Gewandhaus mit Retuschespuren des 1936 entfernten Mendelssohn-Denkmals , um 1940 , Nr. 493, Photo und Verlag Karl Cramer, Leipzig C 1 Was dann folgte mit dem gewollten „Totalen Krieg“ läßt sich kaum in Worte fassen, denn diese Diktaturfolgen bestimmen auch uns und weitere Generationen und Themen. Hierzu einige Beispiele aus den Jahren 1945/6 (Fotograf unbekannt): Neues Rathaus von St. Trinitatis aus gesehen Inneres der Katholischen Kirche St. Trinitatis Augustusplatz 1, Ecke Johannisgasse Augustusplatz 3, Postamt Deutsche Reichspost Goethestraße 8, Konditorei und Kaffee Fürst Reichskanzler Johanniskirche Entnazifizierung Leipzig Universität (ohne Verlagsangabe) M 0605 um 1941 Leipzig Universität 1945 Unterschiede 1989 zu 1945 Als nach der „Wende“ viele Alt-Leipziger, Investoren, Touristen und bildungsbeflissene Bürger aus dem Westteil des Landes wieder die Amtsstuben der Leipziger Stadtverwaltung aufsuchten, fühlten sich die älteren an die Zustände in Westdeutschland nach 1945 erinnert, als weiterhin „brauner Mief“ in Form von mangelndem Unrechtsempfinden, fehlender Aufarbeitung, Aufklärung und Wiedergutmachung und eine diktaturspezifische Beharrungsmentalität viele Jahre einen „bleiernen Schleier“ über Verwaltungsmaschinerien zog. Und so fragten sich natürlich viele mit Beklommenheit, wie derartige Analogien nach politischen Wenden zu spüren waren und sind. Es gab auch die einfache Feststellung: „Diese Stadt ist krank.“, so daß sich auch seriöse Investoren, Architekturbüros und Ansiedlungswillige von Leipzig abwandten ... |