Jugendgruppe vor der Universität Leipzig
Vorwort
Der Thurm
Diktaturzeichen
Lenins Wahrsagung
Immobilien
Ruinen schaffen ohne Waffen
Gästehaus Ministerrat
Bildungspolitik
Aufwaidung
Raubbau Willkür Verdummung
Weiterführung SED-Verbrechen
Andauernde Diktaturfolgen
Universität Leipzig
Zäsur

Diktaturfolgen in der Architektur

Leipzig 2014





12. Andauernde Diktaturenfolgen - Universität Leipzig



Luftbild um 1920

Betrachten wir das Gelände des innerstädtischen Areals um den Augustusplatz zuerst aus der
Vogelperspektive. Im unteren rechten Teil sehen wir gegenüber der damaligen Frauenberufsschule das
Friedericianum. Daneben befand sich das Rentamt. Auf dem Ausschnitt sind platzseitig das Bildermuseum
und das Neue Theater lokalisiert. Der Mendebrunnen befindet sich noch heute dort, wurde aber aufgrund des
Bauvolumens des Neuen Gewandhauses etwas versetzt.

Universitätsseitig schließt sich das Augusteum, welches die Aula beherbergte, an das Rentamt an. Dahinter
steht die Paulinerkirche und von ihr verdeckt das Café Felsche. Die Grimmaische Straße schließt das
Quartier mit dem Mauricianum und dem Fürstenhaus. Die Universitätsstraße beherbergt das Paulinum, und
in der linken Ecke ist noch der Goldene Bär erkennbar. Die Innenflächen zeigen den Universitätshof mit dem
Bornerianum nebst Albertinum und Leibnizdenkmal. Zwischen Albertinum und Augusteum befindet sich die
Wandelhalle mit dem Sitzungssaal des Senates. Quer zwischen Paulinum und Augusteum schließt das
Johanneum die geschlossene Bebauung ab. Davor befindet sich noch das Konviktgebäude und das Heizhaus.

Im Vergleich dazu sehen wir den Entwurf des zweiten Wettbewerbssiegers von der Universitätsstraße aus.
Somit beginnen wir den Vergleich mit den Realitäten.



Modell 1. Preis 2006

Die Universitätsstraße



Universitätsstraße bis um 1892 mit Beginenhaus (linksseitig Gewandhaus, wurde ebenfalls abgerissen und

neu und wieder mit Saal als Städtisches Kaufhaus errichtet).



Universitätsstraße mit Paulinum rechts 1902



Universitätsstraße 2014



2001 mit Seminargebäude



Statt Wiederherstellung des historischen Straßenverlaufs sollte unbedingt wenigstens ein Teil der hier zu
sehenden maroden sozialistischen DDR-Architektur erhalten bleiben (2007).



Der gleiche Standort saniert mit Neubau 2014



Universitätsstraße Standort Fürstenhaus



An dieser Stelle sollte laut Planung und Modell ein offener Zugang zum Innenhof und anderen Bereichen der
Universität sein. Stattdessen wurde das Ganze einbetoniert.



Hierzu paßt und nicht zur Universität gehörig die Große Feuerkugel, wo sich Goethes Studentenwohnung
befand. Statt der fein gegliederten historischen Struktur und dem ehemals attraktiven Innenhof, befindet sich
dort jetzt ein gesichtsloses Kaufhaus, was mehrere Grundstücke vermanschte.



Gleicher Standort 2014



Ansicht Universitätsstraße mit Blick auf Silbernen Bär Ecke Kupfergasse um 1890



Vergleich 2014

Der weitere Verlauf der Universitätsstraße

Innerstädtische Straßengestaltung des 21. Jahrhunderts mit Steuergeldern für die Universität Leipzig
Wo früher noch die Hausnummern 1-15 galten, gibt es jetzt nur noch eine Vereinheitlichung inklusive
Farbmanagement auf 1-5.



Universitätsstraße 1



Universitätsstraße 5



Universitätsstraße Standort Der Goldene Bär 2014



Der stets offene Zugang zum Albertinum 1902

Wie auf dem Luftbild und weiteren Dokumenten bei http://www.paulinerkirche.org zu sehen ist, bestand eine
direkte Wegverbindung von der Universitätsstraße über das Albertinum und die Wandelhalle zum Augustusplatz.



Der Zugang zum Universitätshof wurde versetzt (nur wochentags betretbar).



Universitätshof 1904



Universitätshof 2014 (Das DDR-Seminargebäude verkleinert den Hof, so daß sich die Gesamtsicht verschiebt.)



Bornerianum 1909



Standort Bornerianum 2014



Innenhof mit Blick auf das Seminargebäude 2001

Zu DDR-Zeiten waren die Wege rings um die Hofseiten überdacht.



Vergleichende Sicht 2014 (aufgrund der Verkleinerung des Hofes anderer Blickwinkel)



Blick zum Hörsaalgebäude 2001



Blick zum Hörsaalgebäude 2014



Blick zum Albertinum 1965 von der Universitätsstraße aus



Blick zum gleichen Standort 2014 aus Richtung Seminargebäude

Innenansichten



Aufgang zu den Hörsälen 1910



Aufgang zu den aus DDR-Zeiten sanierten Hörsälen 2014.



Blick auf das Treppenhaus 1910



Blick auf das sanierte Treppenhaus aus DDR-Zeiten 2014

Mit dem Begriff des „Neuen Augusteums“ verbindet sich der Bezug zum eigentlichen Augusteum und zum
Albertinum. Aus diesem Grunde hierzu vorerst einen Eindruck – beginnend mit der Wandelhalle.



Wandelhalle farbig 1910 mit Blickrichtung Augustusplatz



Wandelhalle um 1930 mit Denkmal und Blickrichtung Augustusplatz



Wandelhalle 1905 mit Blick in Richtung Paulinerhof 1910



Wandelhalle mit Blickrichtung Augustusplatz 2014



Wandelhalle mit Blickrichtung Paulinerhof 2014



Die Wandelhalle 2014. Sie wurde um 90° gedreht und mit historischen Bezügen bereichert. Was der SED
gefiel oder noch toleriert wurde, durfte geborgen werden. Dazu zählten die Regententugenden und der Löwe.
Die Geschichte der Wettiner wird ignoriert. Weiteres, was auf Abbildungen vor den Sprengungen 1968 zu
sehen ist oder nicht in den Kellern für Wert befunden wurde, befindet sich heute in der Etzoldschen
Sandgrube. Anzumerken ist hierbei auch, daß nichts von den Säulen, die von der Paulinerkirche aus den
Modellzeichnungen des 1. Preises herüberreichen sollten, umgesetzt wurde, ebenso eine durchscheinende
Glasfassade zum Augustusplatz etc. pp.



Das Gefallenendenkmal 1925



Das Gefallenendenkmal 2014

Die Aula



Das Gesicht einer Universität wird auch durch ihre Aula geprägt. Hier ein Blick in diese 1906
(noch ohne den Fries von Max Klinger)



Im „Neuen Augusteum“ 2014 ist die Hauptattraktion dieses Auditorium maximum bzw. der große Hörsaal.
Das heißt, nebenan ist das Hörsaalgebäude und hier sehen wir nochmals einen, der in jedem x-beliebigen
Gewerbegebiet oder Atombunker eingebaut sein könnte. Man vergleiche dies auch zum Modell eingangs, wo
dann auf diesem Saal Bäume wachsen und Menschen spazierengehen sollen.

Weitere Sichten auf die Außenbereiche

Fürstenhaus - Grimmaische Straße



Fürstenhaus Grimmaische Ecke Universitätsstraße 1902



Fürstenhaus Grimmaische Ecke Universitätsstraße 2001



Fürstenhaus Grimmaische Ecke Universitätsstraße 2014



Fürstenhaus Grimmaische Straße 1910



Standort Fürstenhaus Grimmaische Straße 2014



Der Eingang zum Paulinerhof (außer sonntags) 2014. Man hätte im 21. Jahrhundert annehmen können, daß
alle Zugänge ebenerdig und barrierefrei gestaltet werden. Der Zugang neben dem Standort Paulinerkirche
ersetzt dies kaum.



Zwischenraum zwischen dem Standort Paulinerkirche und ehemals Felsche 2014



Café Felsche und Bamberger und Hertz, Eingang Grimmaische Straße 1920



Gleicher Standort 2014

Augustusplatz



Die Sicht auf den Augustusplatz um 1920



Die Sicht auf den Augustusplatz 2014



Blick in Richtung Neues Theater 1920



Szenerie am damaligen „Karl-Marx-Platz“ 1965



Blick in Richtung Oper 2014



Szenerie am damaligen „Karl-Marx-Platz“ 1961

Augusteum



Blick auf das Augusteum, Zeichnung 1906



Blick auf das Augusteum 2005



Blick auf das Augusteum 2014



Die Karyatiden als Eingang zum Augusteum 1924



Der Eingang zum „Neuen Augusteum“ 2014



Jugendgruppe vor Augusteum und Paulinerkirche 1929



Front des „Neuen Augusteums“ 2014.



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