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12. Andauernde Diktaturenfolgen - Universität Leipzig Luftbild um 1920 Betrachten wir das Gelände des innerstädtischen Areals um den Augustusplatz zuerst aus der Vogelperspektive. Im unteren rechten Teil sehen wir gegenüber der damaligen Frauenberufsschule das Friedericianum. Daneben befand sich das Rentamt. Auf dem Ausschnitt sind platzseitig das Bildermuseum und das Neue Theater lokalisiert. Der Mendebrunnen befindet sich noch heute dort, wurde aber aufgrund des Bauvolumens des Neuen Gewandhauses etwas versetzt. Universitätsseitig schließt sich das Augusteum, welches die Aula beherbergte, an das Rentamt an. Dahinter steht die Paulinerkirche und von ihr verdeckt das Café Felsche. Die Grimmaische Straße schließt das Quartier mit dem Mauricianum und dem Fürstenhaus. Die Universitätsstraße beherbergt das Paulinum, und in der linken Ecke ist noch der Goldene Bär erkennbar. Die Innenflächen zeigen den Universitätshof mit dem Bornerianum nebst Albertinum und Leibnizdenkmal. Zwischen Albertinum und Augusteum befindet sich die Wandelhalle mit dem Sitzungssaal des Senates. Quer zwischen Paulinum und Augusteum schließt das Johanneum die geschlossene Bebauung ab. Davor befindet sich noch das Konviktgebäude und das Heizhaus. Im Vergleich dazu sehen wir den Entwurf des zweiten Wettbewerbssiegers von der Universitätsstraße aus. Somit beginnen wir den Vergleich mit den Realitäten. Modell 1. Preis 2006 Die Universitätsstraße Universitätsstraße bis um 1892 mit Beginenhaus (linksseitig Gewandhaus, wurde ebenfalls abgerissen und neu und wieder mit Saal als Städtisches Kaufhaus errichtet). Universitätsstraße mit Paulinum rechts 1902 Universitätsstraße 2014 2001 mit Seminargebäude Statt Wiederherstellung des historischen Straßenverlaufs sollte unbedingt wenigstens ein Teil der hier zu sehenden maroden sozialistischen DDR-Architektur erhalten bleiben (2007). Der gleiche Standort saniert mit Neubau 2014 Universitätsstraße Standort Fürstenhaus An dieser Stelle sollte laut Planung und Modell ein offener Zugang zum Innenhof und anderen Bereichen der Universität sein. Stattdessen wurde das Ganze einbetoniert. Hierzu paßt und nicht zur Universität gehörig die Große Feuerkugel, wo sich Goethes Studentenwohnung befand. Statt der fein gegliederten historischen Struktur und dem ehemals attraktiven Innenhof, befindet sich dort jetzt ein gesichtsloses Kaufhaus, was mehrere Grundstücke vermanschte. Gleicher Standort 2014 Ansicht Universitätsstraße mit Blick auf Silbernen Bär Ecke Kupfergasse um 1890 Vergleich 2014 Der weitere Verlauf der Universitätsstraße Innerstädtische Straßengestaltung des 21. Jahrhunderts mit Steuergeldern für die Universität Leipzig Wo früher noch die Hausnummern 1-15 galten, gibt es jetzt nur noch eine Vereinheitlichung inklusive Farbmanagement auf 1-5. Universitätsstraße 1 Universitätsstraße 5 Universitätsstraße Standort Der Goldene Bär 2014 Der stets offene Zugang zum Albertinum 1902 Wie auf dem Luftbild und weiteren Dokumenten bei http://www.paulinerkirche.org zu sehen ist, bestand eine direkte Wegverbindung von der Universitätsstraße über das Albertinum und die Wandelhalle zum Augustusplatz. Der Zugang zum Universitätshof wurde versetzt (nur wochentags betretbar). Universitätshof 1904 Universitätshof 2014 (Das DDR-Seminargebäude verkleinert den Hof, so daß sich die Gesamtsicht verschiebt.) Bornerianum 1909 Standort Bornerianum 2014 Innenhof mit Blick auf das Seminargebäude 2001 Zu DDR-Zeiten waren die Wege rings um die Hofseiten überdacht. Vergleichende Sicht 2014 (aufgrund der Verkleinerung des Hofes anderer Blickwinkel) Blick zum Hörsaalgebäude 2001 Blick zum Hörsaalgebäude 2014 Blick zum Albertinum 1965 von der Universitätsstraße aus Blick zum gleichen Standort 2014 aus Richtung Seminargebäude Innenansichten Aufgang zu den Hörsälen 1910 Aufgang zu den aus DDR-Zeiten sanierten Hörsälen 2014. Blick auf das Treppenhaus 1910 Blick auf das sanierte Treppenhaus aus DDR-Zeiten 2014 Mit dem Begriff des „Neuen Augusteums“ verbindet sich der Bezug zum eigentlichen Augusteum und zum Albertinum. Aus diesem Grunde hierzu vorerst einen Eindruck – beginnend mit der Wandelhalle. Wandelhalle farbig 1910 mit Blickrichtung Augustusplatz Wandelhalle um 1930 mit Denkmal und Blickrichtung Augustusplatz Wandelhalle 1905 mit Blick in Richtung Paulinerhof 1910 Wandelhalle mit Blickrichtung Augustusplatz 2014 Wandelhalle mit Blickrichtung Paulinerhof 2014 Die Wandelhalle 2014. Sie wurde um 90° gedreht und mit historischen Bezügen bereichert. Was der SED gefiel oder noch toleriert wurde, durfte geborgen werden. Dazu zählten die Regententugenden und der Löwe. Die Geschichte der Wettiner wird ignoriert. Weiteres, was auf Abbildungen vor den Sprengungen 1968 zu sehen ist oder nicht in den Kellern für Wert befunden wurde, befindet sich heute in der Etzoldschen Sandgrube. Anzumerken ist hierbei auch, daß nichts von den Säulen, die von der Paulinerkirche aus den Modellzeichnungen des 1. Preises herüberreichen sollten, umgesetzt wurde, ebenso eine durchscheinende Glasfassade zum Augustusplatz etc. pp. Das Gefallenendenkmal 1925 Das Gefallenendenkmal 2014 Die Aula Das Gesicht einer Universität wird auch durch ihre Aula geprägt. Hier ein Blick in diese 1906 (noch ohne den Fries von Max Klinger) Im „Neuen Augusteum“ 2014 ist die Hauptattraktion dieses Auditorium maximum bzw. der große Hörsaal. Das heißt, nebenan ist das Hörsaalgebäude und hier sehen wir nochmals einen, der in jedem x-beliebigen Gewerbegebiet oder Atombunker eingebaut sein könnte. Man vergleiche dies auch zum Modell eingangs, wo dann auf diesem Saal Bäume wachsen und Menschen spazierengehen sollen. Weitere Sichten auf die Außenbereiche Fürstenhaus - Grimmaische Straße Fürstenhaus Grimmaische Ecke Universitätsstraße 1902 Fürstenhaus Grimmaische Ecke Universitätsstraße 2001 Fürstenhaus Grimmaische Ecke Universitätsstraße 2014 Fürstenhaus Grimmaische Straße 1910 Standort Fürstenhaus Grimmaische Straße 2014 Der Eingang zum Paulinerhof (außer sonntags) 2014. Man hätte im 21. Jahrhundert annehmen können, daß alle Zugänge ebenerdig und barrierefrei gestaltet werden. Der Zugang neben dem Standort Paulinerkirche ersetzt dies kaum. Zwischenraum zwischen dem Standort Paulinerkirche und ehemals Felsche 2014 Café Felsche und Bamberger und Hertz, Eingang Grimmaische Straße 1920 Gleicher Standort 2014 Augustusplatz Die Sicht auf den Augustusplatz um 1920 Die Sicht auf den Augustusplatz 2014 Blick in Richtung Neues Theater 1920 Szenerie am damaligen „Karl-Marx-Platz“ 1965 Blick in Richtung Oper 2014 Szenerie am damaligen „Karl-Marx-Platz“ 1961 Augusteum Blick auf das Augusteum, Zeichnung 1906 Blick auf das Augusteum 2005 Blick auf das Augusteum 2014 Die Karyatiden als Eingang zum Augusteum 1924 Der Eingang zum „Neuen Augusteum“ 2014 Jugendgruppe vor Augusteum und Paulinerkirche 1929 Front des „Neuen Augusteums“ 2014. |